Katzen



Was ist eine Katze

Die uns bekannte Hauskatze (Felis silvestris catus) inkl. aller Zuchtformen stammt von der Falbkatze (afrikanische Wildkatze) ab und ist nicht mit der Europäischen Wildkatze (Felis silvestris) verwandt. Sie ist ein Fleischfresser und zählt zu den beliebtesten Haustieren.

 

Im Haus lebende Katzen erreichen bei entsprechender Pflege durch den Menschen ein Alter von 15 - 20 Jahren und darüber. In freilaufenden Katzenpopulationen ohne menschliche Zuwendung und medizinische Betreuung liegt die Lebenserwartung einer Katze nur zwischen 1,4 und 3,2 Jahren (männliche Tiere) bzw. 3,3 und 4,2 Jahren (weibliche Tiere).

 

Das Verhalten von Hauskatzen wird hauptsächlich dadurch bestimmt, dass sie Raubtiere sind, wobei Katzen ausschließlich alleine jagen.

 


Katzen sind keine Einzelgänger

 

Die alte Meinung, Hauskatzen seien Einzelgänger, ist widerlegt. Es gibt zwar – wie bei allen sozialen Tierarten – auch unter den Hauskatzen Einzelgänger, von Natur aus sind sie jedoch soziale Tiere.

  

Beobachtet man größere Katzenpopulationen, beispielsweise auf vielen Bauernhöfen sind vielfältige soziale Kontakte zwischen den Tieren augenfällig. Da die allermeisten anderen Katzenarten Einzelgänger sind, bildet die Hauskatze zusammen mit den Löwen eine Ausnahme der Regel. Die Tatsache, dass Hauskatzen soziale Tiere sind, war überhaupt erst die Grundlage für ihre Domestikation und ermöglicht die Interaktion mit dem Menschen. Im Gegensatz dazu sind Einzelgänger wie die Europäische Wildkatze nicht domestizierbar.


Jagdverhalten

 

Das vielleicht bekannteste Verhalten der Hauskatze, das sogar sprichwörtlich ist, ist das Spielen mit gefangener Beute, welches auch von Besitzern meist als Grausamkeit falsch interpretiert wird.

 

Es handelt sich vielmehr um ein instinktives Bedürfnis, sicherzustellen, dass die Beute schwach genug ist, um gefahrlos getötet werden zu können. Gemäß anderer wissenschaftlicher Deutungen handelt es sich bei diesem Verhalten um Übung der Jagd oder um eine Folge der Entwicklung eines Lustgewinns aus der Jagd.

  

Ihren Jagdtrieb leben sie im Haus mithilfe von entsprechendem Spielzeug aus, wobei die Art und Form der Gegenstände nebensächlich ist. Oft reicht auch ein zusammengeknülltes Stück Papier als "Jagdbeute" aus.


Kommunikation und Körpersprache

 

Katzen kommunizieren durch Körpersprache, Laute und Gerüche. Duftsignale werden sowohl zur Kommunikation in der direkten Begegnung als auch auf weite Entfernungen eingesetzt. Talg- und Schweißdrüsen produzieren die dafür notwendigen Duftstoffe, die durch Reiben, Kratzen und Urin an Gegenständen, Pflanzen und Personen verteilt werden.

 

Kommen Katzen in näheren Kontakt, signalisieren sie ihren emotionalen Zustand durch die Haltung und die Bewegungen des ganzen Körpers und des Schwanzes. Auch die Stellung der Ohren und die Erweiterung oder Verengung der Pupillen spielen eine Rolle.

 

Ist die Spitze des aufrechten Schwanzes stark durchgebogen, kann das eine freundliche Begrüßung oder auch Vorfreude bedeuten auf das, was sie vom Menschen erwarten, besonders wenn die Schwanzspitze leicht zittert. Ein hocherhobener Schwanz mit leicht gebogener Spitze kann Freude, Vergnügen, Erwartung oder Spannung bedeuten. Hat die Katze ihren Schwanz erhoben, so fühlt sie sich normalerweise wohl und sicher. In entspannter Haltung wird der Schwanz häufig horizontal mit leichter Biegung nach unten getragen. Ist der Schwanz stark nach unten gebogen und aufgeplustert, so ist das oft ein Zeichen der Drohung und Aggression. Schwanzzucken oder schnelles Hin- und Herpeitschen des Schwanzes bedeutet, dass die Katze möglicherweise aggressiv oder irritiert ist.


Akustische Signale

 

Sind Katzen sich bereits näher gekommen, werden akustische Signale eingesetzt, um die Aussagen der Körpersprache zu verstärken. Fauchen und Knurren sind Signale für Aggressivität oder auch Angst. Durch taubenartiges Gurren ruft ein Muttertier seine Jungen zu sich. Das jammernde Geschrei der Kater in der Nacht dient der Behauptung gegenüber Rivalen und der Werbung um ein Weibchen.

  

Das Miauen ist der charakteristischste Laut, den die Katze hervorbringt. Er kann unterschiedliche Bedeutungen haben und wird in verschiedenen Situationen angewandt. Durch die Domestizierung wurde die Neigung zu miauen verstärkt, um wie Jungtiere Zuwendung und Leckerbissen zu bekommen. Einige Katzen miauen, wenn sie Angst haben. Nicht domestizierte Katzen vermeiden das Miauen weitgehend, um andere Raubtiere (etwa Greifvögel) nicht unnötig auf sich aufmerksam zu machen.


Schlafverhalten

 

Katzen schlafen meistens mehrmals während des Tages. Der Schlaf verläuft in den Phasen des flachen Schlafs und des Tiefschlafs. Zudem ruht sich die Katze auch aus, indem sie sich, ohne zu schlafen, mit geschlossenen Augen hinlegt.

 

Nimmt die Katze während des Schlafens ein ungewohntes Geräusch wahr, öffnet sie ein Auge. Kann sie das Geräusch immer noch nicht identifizieren, ist sie rasch wach und aufmerksam. Wenn sie aber von allein aufwacht, gähnt sie zunächst ausgiebig und beginnt dann, sich zu strecken. Dabei wird durch präzise und sorgfältige Bewegung jeder Muskel gedehnt.

 

Eine in die menschliche Familie integrierte freilaufende Katze hat üblicherweise kein Problem damit, die Nacht im Haus überwiegend schlafend zu verbringen. Genauso aber kann sie umgekehrt die Nacht im Freien verbringen und den größten Teil des Tages im Hause schlafen. Hier sind individuelle Verhaltensmuster weit gestreut und wechseln auch nach Wetter und Jahreszeit.


Bin ich ein Katzenmensch?

Katzen sind Individualisten. Sie gehorchen nicht, sie kooperieren jedoch bei gegenseitiger Sympathie


Die Katze aus dem Tierheim

Ungewollter Katzennachwuchs landet meist im Tierheim. Leider ist die Kastration der Hauskatze ganz besonders in ländlichen Regionen keine selbstverständliche Investition und das Katzenelend dort besonders groß.

Mein Kind will eine Katze

Kinder sind fasziniert von Tieren. Der Wunsch nach einem eigenen ist oft groß und dem Drängen der Kleinen schwer zu widerstehen. Damit das Zusammenleben zwischen Kind und Katze dauerhaft harmonisch bleibt, braucht die Katze Rückzugsmöglichkeiten, die auch respektiert werden


Todesfallen für Zimmertiger

Katzen nützen gern jede Gelegenheit, um ins Freie zu gelangen. Ein in Kippstellung positioniertes Fenster birgt ein großes Risiko.


Schreckgespenst Toxoplasmose

Die Toxoplasmose wird durch einen einzelligen Parasiten verursacht. Die Katze ist der Endwirt dieser meist völlig symptomlos verlaufenden Infektion.


Katzenkrankheiten

Katzen können unter den unterschiedlichsten Katzenkrankheiten leiden. Allerdings gibt es einige Krankheiten bei Katzen, die gehäuft auftreten und daher typisch sind.


Ist Krallenschneiden sinnvoll?

Die Krallen einer Katze sind für die Ausübung ihres artgemäßen Verhaltens notwendig.


Warum markieren Katzen?

Katzen markieren ihr Territorium. Dieses natürliche Verhalten hinterläßt für uns Menschen unangenehme Duftnoten und tritt fast ausschließlich bei unkastrierten Tieren auf. Zeitgerechte Kastration beugt diesem Verhalten vor.


Stubenunreines Verhalten

Wenn eine Katze die für diesen Zweck vorgesehene Katzentoilette zum Kot- und Harnabsetzen nicht mehr benützt, sprechen wir von stubenunreinem Verhalten, nicht zu verwechseln mit dem Markierverhalten des Harnspritzens. Fast immer ist Streß die Ursache für Stubenunreinheit.


Buchtipps

Man lernt nie aus, hoffentlich. Das gilt für Katzen ebenso wie für uns Menschen. Aus diesem Grund haben wir für sie eine interessante Auswahl der besten Bücher zusammengstellt