Tiervergabe wann/wie?

Wir nehmen uns für jeden Besucher viel Zeit, um zu beraten und Tiere vorzustellen.

Um lange Wartezeiten zu vermeiden, ersuchen wir bei Hundevergaben um rechtzeitige Terminvereinbarung per Telefon (02732-84720) oder per mail (info@tierheim-krems.at). Bei kurzfristigen Anfragen erreichen Sie uns unter 0664-4020202.

Bei Fundtieren sind wir verpflichet diese 30 Tage lang zu verwahren, um den Besitzern die Möglichkeit zu geben, ihr Tier wieder abzuholen. Nach diesen 30 Tagen geht der Besitz an das Tierheim über und die Tiere können weiter vermittelt werden.

 

Selbstverständlich können Fundtiere innerhalb dieser Frist besucht und Interesse bekundet werden. Fix vergeben können wir sie erst nach Ablauf der Behaltefrist.


Tiervermittlung: Wie läuft das ab?

Wir fragen nach

 

Etwas anders als in vielen Tierheimen stellen wir unsere Hunde nicht in ihren Zimmern sondern auf unserer großen Spielwiese oder bei einem Spaziergang vor. Wir führen erst ein Gespräch mit Interessenten, um ein Bild von den Vorstellungen, Anforderungen und Lebensumständen zu erhalten. Anschließend stellen wir geeignete Hunde vor und unsere Besucher haben die Möglichkeit, in stressfreier Umgebung Kontakt mit dem Tier aufzunehmen.

 

Was für manche so aussieht, als würden wir es Interessenten mit vielen Fragen unnötig schwer machen, hat einen realistischen Hintergrund. Tiervermittlung ist eine verantwortungsvolle Aufgabe und die nehmen wir sehr ernst. Immerhin hat jedes Tier, das bei uns im Heim lebt, schon mindestens einmal sein Zuhause verloren. Wenn es unser Haus verlässt, dann soll das ein Happyend für immer sein.

 

Zu unseren Öffnungszeiten von Mittwoch bis Samstag 14-16.30 Uhr beraten wir Besucher gerne zu allen Fragen rund ums (Haus)tier. Hundeinteressenten bitten wir um vorherige Terminvereinbarung. Außerhalb dieser Zeit können wir uns nur nach telefonischer Vereinbarung um Besucher kümmern, da die Vormittage für die Versorgung unserer vielen Tiere, tägliche Reinigungsarbeiten und Tierarztvisiten gebraucht werden.


Warum kann man im Tierheim Krems nicht einfach durchgehen und sich einen Hund "aussuchen"?

 

Die Frage hören wir öfters und wir beantworten sie gerne. Diese Maßnahme dient einzig dem Schutz unserer Tiere. Jeder, der einmal ein Tierheim besucht hat, in dem die Hunde ungeschützt dem Besucherandrang ausgesetzt sind, kennt den ohrenbetäubenden Lärm hektisch bellender, wild hochspringender oder sich stereotyp im Kreis drehender Hunde. Tiere, die sich so gebärden, sind hoch gestresst und in Gefahr, Verhaltensstörungen zu entwickeln. Wenn ein Hund zu bellen beginnt, löst das eine Kettenreaktion im gesamten Tierheim aus. Bedenken Sie bitte, dass es Neuzugänge gibt, die sich noch nicht an das Tierheimleben angepasst haben. Auch kranke oder frisch operierte Tiere brauchen für ihre Genesung ein ruhiges Umfeld.

 

Im Tierheim Krems werden Hunde bevorzugt in kleinen Gruppen gehalten, eine moderne und den Bedürfnissen der Hunde angepasste Haltungsform. Für das Funktionieren einer solchen Haltung ist es erforderlich, Stressfaktoren möglichst gering zu halten. Jede Störung von außen und sei sie noch so gut gemeint, kann zu Konflikten innerhalb der Gruppenstrukturen führen und sogar Raufereien nach sich ziehen. Doch auch verhaltensauffällige Hunde, mit denen unsere Trainer therapeutische Programme erarbeiten, könnten durch Provokationen (wenn auch unbeabsichtigt) großen Schaden erleiden.


Erstes Kennenlernen in ruhiger Atmosphäre

  

Auf der großen eingezäunten Spielwiese vor dem Haus oder bei einem ruhigen Spaziergang gemeinsam mit einem Betreuer haben Hund und Mensch weit bessere Chancen, sich kennenzulernen als in einer lautstarken Streßsituation von Gitter zu Gitter. Natürlich ist unsere Art, Hunde vorzustellen, zeitaufwändiger als die immer noch weit verbreitete Methode. Doch diese Zeit nehmen wir uns gerne, wenn es um das Wohl unserer Tiere geht.


Vertrauen aufbauen

  

Die optimalste Form der Hundevergabe ist die, bei der Interessent und Hund bereits eine Bindung zueinander entwickeln konnten. Gemeinsame Spaziergänge, Beschäftigung auf der großen Spielwiese und vorsichtiges Kennenlernen schafft Vertrauen, auf denen eine harmonische Mensch-Tier-Beziehung aufbaut. Deshalb legen wir Wert darauf, dass Interessenten mehrmals zu uns kommen und sich Zeit für das erste Kennenlernen nehmen. Solche Beziehungen haben die beste Chance, eine für´s ganze Leben zu werden. Und was sind schon einige Stunden, wenn es darum geht, eine Entscheidung für viele Jahre zu treffen?


Und wie ist das bei Katzen, Nagern und anderen Tieren?

 

Auch mit Interessenten für Katzen, Nagern und anderen Tieren führen wir erst ein Gespräch. Wir wollen ja wissen, mit welchen Vorstellungen Menschen zu uns kommen und wie wir ihnen am besten helfen können. Außerdem ist es wichtig, die Bedürfnisse der Tiere zu berücksichtigen.Danach begleitet eine Tierbetreuerin unsere Besucher in die verschiedenen Katzenzimmer oder ins Nagerzimmer und erklärt die Eigenheiten und Bedürfnisse der einzelnen Tiere.

  

Katzenkinder werden nur paarweise oder zu einem vorhandenen etwa gleich alten Artgenossen mit ähnlichem Temperament vermittelt. Entgegen der immer noch verbreiteten Meinung sind Katzen keine Einzelgänger und schätzen das Zusammenleben mit Artgenossen, wenn sie entsprechend sozial aufgewachsen sind.


Sind Katzengitter wirklich notwendig?

 

Bei der Vermittlung einer Wohnungskatze bestehen wir auf die Montage von Fenster- und Balkongittern. Außerdem ist das bereits fix im Tierschutzgesetz verankert. Trotzdem hören wir dann manchmal, meine Katze ist niemals vom Fensterbrett abgestürzt. Das mag schon stimmen und wir wünschen jedem Katzenhalter ohne Schutzgitter, dass nie dergleichen passiert.

  

Doch die Praxis spricht eine andere Sprache. Die Bergung abgestürzter und schwerst verletzter Hauskatzen ist bei uns an der Tagesordnung. Mittlerweile finden in der Stadt mehr Katzen den Tod durch Fensterstürze als im Strassenverkehr. Schon ein vorbeifliegender Schmetterling, ein Vogel, der den Jagdinstinkt weckt oder Erschrecken durch eine zuschlagende Türe reichen aus, um einen Absturz zu verursachen. Ein rechtzeitig angebrachtes Katzengitter kann Leben retten. Doch auch eine Katze im Erdgeschoß ist massiv gefährdet, wenn sie aus dem Fenster entwischt und vielleicht ins nächste Auto läuft.


Kaninchen nur mit Freigehege

  

(Zwerg)kaninchen brauchen die Möglichkeit, zu graben und zu nagen. Beides ist in einer Wohnungshaltung oder gar Käfighaltung nicht möglich. Deshalb vermitteln wir Kaninchen nur in eine Haltung, wo ein geräumiges gut strukturiertes und gesichertes Freigehege (sechs bis acht Quadratmeter für zwei bis drei Kaninchen) und wenigstens ein Sozialpartner gleicher Art zur Verfügung steht.

 

Gerne beraten wir auch bei der Gestaltung des Geheges mit entsprechender Literatur


Auch Meerschweinchen wollen tiergerecht leben

 

Meerschweinchen geben wir auch gerne in Wohnungshaltung ab, wenn die Unterbringung ebenfalls geräumig (zwei bis drei Quadratmeter für ein Pärchen) und ausreichend strukturiert ist.

 

Keinesfalls wollen wir, dass unsere Meerschweinchen in einem herkömmlichen Käfig "versauern" müssen. Sie sollen es sich ja durch eine Vermittlung verbessern und nicht verschlechtern. Wer unser "Abenteuerzimmer" für Kaninchen und Meerschweinchen schon einmal besucht hat, weiss, wie wir das meinen.

  

Um ungewollte Vermehrung zu verhindern (es gibt ja schon genug Kaninchen- und Meerschweinchen Notfälle), vermitteln wir weder Kaninchen noch Meerschweinchen zu unkastrierten Böckchen. Natürlich dürfen Meerschweinchen ebenfalls niemals einzeln gehalten werden (seit 1.1.2005 auch per Bundestierschutzgesetz vorgeschrieben).


Bitte die ganze Familie einbinden

  

Die Aufnahme eines Tieres bedeutet ein zusätzliches Familienmitglied. Es sollten deshalb alle künftigen Beteiligten in die Entscheidungsfindung miteinbezogen werden. Wird ein Zweithund als Gefährte für den bereits vorhandenen gesucht, bitte diesen beim ersten Besuch zu Hause zu lassen. Beim Zweitbesuch darf der dann auch gerne mitkommen, um den neuen Kameraden kennen zu lernen. Immerhin ist gegenseitige Sympathie der Vierbeiner ebenso wichtig wie die Vorstellungen ihrer Menschen.


Es kann zu Wartezeiten kommen

  

Das Tierheim Krems wird vom Tierschutzverein Krems großteils aus Spendengeldern betrieben. Personal ist daher knapp und wenn wir an einem starken Nachmittag sehr viele Besucher begrüßen dürfen, kann es zu Wartezeiten kommen. Wir bitten daher zur besseren Koordinierung vor allem für Hundevergaben vorab einen Termin zu vereinbaren, damit wir uns für die Beratung und das Kennenlernen ausreichend Zeit nehmen können.


Auf ins neue Zuhause

  

Haben sich Tier und Mensch gefunden, wird ein Tag vereinbart, an dem wir die neue Familie von Hund oder Wohnungskatze besuchen, um das künftige Zuhause unserer Schützlinge kennenzulernen. Wir nehmen uns für diesen Termin viel Zeit, um anstehende Fragen bezüglich Eingewöhnung, Fütterung und Erziehung zu beantworten. Gerne helfen wir auch bei der Suche nach qualifizierten Hundetrainern und zeitgemässer Fachliteratur. Passt alles, steht dem Umzug nichts mehr im Weg.


Lassen Sie dem neuen Familienmitglied Zeit sich einzugewöhnen

 

Obwohl Hund und neuer Besitzer sich bereits vorab kennen lernen konnten, ist der Umzug in eine neue Umgebung für Ihren Begleiter purer Stress. Dasselbe gilt natürlich auch für Katzen, Nager oder andere Tiere.

  

Geben Sie dem neuen Familienmitglied Zeit seine Umgebung und vor allem auch seine neuen Menschen und eventuelle tierische Mitbewohner kennen zu lernen. Dazu sind je nach Charakter des Tieres sogar einige Wochen nötig. Versuchen Sie das Umfeld Ihres Tieres vor allem in den ersten Tagen so stressfrei wie möglich zu halten. Natürlich möchten Ihre Freunde den neuen Liebling auch kennen lernen, aber das sollte man etwas hinaus schieben, bis sich das Tier an die neue Situation gewöhnt hat.

 

Bei Hunden ist es wichtig, anfangs immer denselben Weg bei Spaziergängen zu nehmen, um sie nicht zu überfordern. Außerdem sollten aufschiebbare Tierarztbesuche erst eingeplant werden, wenn das Tier "Zuhause angekommen" ist.


Was "kostet" ein Tier aus dem Tierheim?

 

Wir verlangen grundsätzlich keinen Kaufpreis sondern einen Betreuungsbeitrag für die erfolgten tierärztlichen Leistungen. Denn das Tierheim muss natürlich Operationen, Impfungen, Entwurmungen oder Kastrationen aus eigener Tasche bezahlen. Einige unserer Schützlinge kommen auch krank oder schwer verletzt zu uns oder brauchen teure Spezialnahrung.

 

Unsere monatlichen Tierarztrechnungen liegen deshalb bei allem Entgegenkommen der behandelnden Tierärzte und Tierkliniken bei etwa € 6.000--. Um diese hohen Aufwendungen finanzieren zu können und auch in Zukunft Tieren zu helfen, sind wir deshalb auf die Betreuungsbeiträge zur Finanzierung unseres Tierheimes angewiesen. Die Höhe dieser Betreuungsbeitäge hängt vom jeweiligen Tier ab.


In diesem Sinne freuen wir uns auf Ihren Besuch!

 

Ihr Tierheim-Team und Vorstand