Katzenkrankheiten

Katzen können unter den unterschiedlichsten Katzenkrankheiten leiden.

 

Hier ein kleiner Überblick über die zehn häufigsten Katzenkrankheiten und welche Symptome dafür kennzeichnend sind.

 

Wichtig ist es zu beachten, dass Katzen sich ihr Unwohlsein nicht immer anmerken lassen. Viele Stubentiger ziehen sich einfach vermehrt zurück oder verhalten sich anders. Deshalb ist es oftmals notwendig, genauer hinzuschauen und in jedem Fall einen Tierarzt aufzusuchen.

 


1. Katzenschnupfen

 

Als Katzenschnupfen bezeichnet man eine Vielzahl ansteckender Erkrankungen der Schleimhäute und Atemwege einer Katze. Hier vereinen sich viele Erreger und rufen vielfältige Symptome hervor.

Katzenschnupfen wird normalerweise durch Herpesviren ausgelöst. Selten sind Calciviren verantwortlich. In der Regel werden die Viren durch den Kontakt mit einem kranken Tier übertragen.

Starker Ausfluss aus Augen und Nase sind typisch, oft werden zudem Bindehautentzündungen festgestellt. Im Mundraum sowie Zunge können sich Geschwüre bilden, bei den Nasenmuscheln kann Gewebszerfall auftreten. Zusätzlich können Fieber, Niesen, Appetitlosigkeit und eine Lungenentzündung auftreten. Besonders Jungtiere infizieren sich häufig mit dieser Krankheit.

Eine Ansteckung mit den Calciviren erfolgt in der Regel durch direkten Kontakt mit einem erkrankten Tier, dessen Kot oder anderen Sekreten. In zwei Phasen wird zunächst das Virus in den Mandeln, den Bindehäuten, der Maulschleimhaut und nach rund einer Woche mittels des Blutkreislaufs im gesamten Körper verbreitet. Besonders Zunge und Lunge sind dann befallen. Die Symptome sind auch hier Fieber, Ausfluss, Schnupfen und eine Bindehautentzündung. Nicht selten verlieren Katzen das Augenlicht durch Katzenschnupfen.

Eine entsprechende Impfung schützt Ihre Katze. Die Grundimunsierung erfolgt durch zwei Impfungen im Abstand von 4 - 6 Wochen. Anschließend ist eine jährliche Impfauffrischung notwendig.


2. Katzenseuche

 

Katzenseuche, auch Katzenpest genannt, ist eine in der Regel tödlich verlaufende Krankheit. Ein Virus löst die Erkrankung aus. Dieses an der Luft sehr resistente Virus ist bei Raumtemperatur mehr als ein Jahr lang aktiv, normale Desinfektionsmittel können es kaum beseitigen.

Die Katzenseuche kommt ausschließlich bei Katzen vor. Speziell junge Katzen sind für diese Erkrankung anfällig. Grund hierfür ist ihr noch nicht voll funktionsfähiges Immunsystem. Der Erreger wird in der Regel über Urin, Sekrete oder Kot mit der Nasen- oder Maulschleimhaut aufgenommen. Föten können sich im Mutterleib ebenfalls damit anstecken.

Das Krankheitsbild ist sehr vielfältig, tatsächlich kann ein infiziertes Tier sogar ohne erkennbare Symptome an der Erkrankung sterben. Das Virus befällt bevorzugt das Verdauungs- und Immunsystem. Starker und blutiger Durchfall sowie der starke Anstieg der weißen Blutkörperchen sind Anzeichen für die Krankheit. Weiter sind
Fieber, Fressunlust, Wassermangel, Erbrechen, Nasenausfluss, Bindehautentzündung und Mattheit
eine Krankheitserscheinung. Das Ausscheiden von Kot setzt zusätzlich große Mengen aktiver Erreger frei.

 

Auch bei der Katzenseuche sind zwei Impfungen im Abstand von 4 bis 6 Wochen nötig. Eine Auffrischung ist anschließend jährlich üblich. Auch Wohnungskatzen sollten gegen Katzenseuche geimpft werden, da die Viren bei Kontakt des Menschen übertragbar sind.


3. Ektoparasitenbefall bei der Katze

 

Katzen können von einer Vielzahl unterschiedlicher Parasiten befallen werden. Besonders häufig sind Katzen mit Freigang wie auch Katzen mit Kontakt zu Freigängern betroffen.

 

 

Zu den verbreiteten Parasiten zählen beispielsweise:

Zecken

Flöhe

Räudemilben

Ohrmilben

 

Bei Flohbefall der Katze helfen häufig Flohmittel, die in Zoofachgeschäften wie auch beim Tierarzt angeboten werden. Die befallene Katze ist dabei genauso zu reinigen wie das Umfeld.

 

Zecken können hingegen direkt entfernt werden, beispielsweise mit einer Zeckenzange. Wichtig bei der Entfernung ist, dass die Tiere vollständig zu entfernen sind.

 

Gegen beide Parasiten werden Spot-on-Präparate zur Prävention angeboten. Als natürliche Alternative gegen Zecken bei der Katze hat sich Kokosöl bewährt! Wenn man die Katze alle 2 Tage damit einreibt, wird sie von Zecken und Flöhen gemieden werden, da diese den Geruch nicht mögen.

 

Bei einem Befall durch Räude- oder Ohrmilben ist hingegen ein Tierarztbesuch angeraten. Ein Räudemilbenbefall kann sich zum Beispiel durch besonders intensives und starkes Kratzen und ein schuppiges Fell zeigen.

 

Häufig haben die betroffenen Katzen bereits verkrustete Stellen an den Ohren, Pfoten wie am Kopf. Für Ohrmilben spricht hingegen, dass sich die Katzen am Ohr kratzen und den Kopf gehäuft schütteln. Der Tierarzt kann die Ohren säubern. Zudem gibt es gegen diese beiden Milbenarten Spot-on-Präparate.


4. Endoparasitenbefall bei der Katze

 

Endoparasiten befallen die Katzen nicht äußerlich, sondern diese Parasiten befallen den Dünnarm. Sie werden als Spulwürmer bezeichnet und sind zumeist fünf bis zehn Zentimeter lang.

 

Diese Würmer können dabei nicht nur Katzen, sondern auch Menschen befallen.

 

Bei Katzen findet die Infizierung häufig über Beutetiere oder dessen Kot statt. Eine Übertragung über die Muttermilch ist ebenso möglich, weshalb bereits Kitten betroffen sein können.

 

Für einen Befall mit Spülwürmern können folgende Symptome sprechen:

Appetitlosigkeit

Struppiges Fell

Abmagerung

Erbrechen

 

Ein weiterer Parasit ist der Bandwurm. Auch hier erfolgt die Übertragung meist durch Beutetiere. Bei Befall scheiden die Katzen Bandwurm-Segmente über den Darm aus. Diese sind anfangs klebrig (und im Afterbereich im Fell zu finden) und ähneln, wenn sie eingetrocknet sind einem Reiskorn.

 

Spulwürmer lassen sich über den Kot der Katzen nachweisen. Ein Tierarzt kann in diesem Fall eine Wurmkur verschreiben, welche ebenso präventiv durchgeführt werden kann.

 

Spot-on-Mittel gibt es gegen alle Parasiten die bei Katzen vorkommen können. Sie werden einfach im Nacken aufs Fell getropft.


5. Chronische Niereninsuffizienz (CNI)

 

Die chronische Niereninsuffizienz der Katze beschreibt eine Erkrankung der Nieren oder ein chronisches Nierenversagen. Bei dieser Katzenkrankheit nimmt die Nierenfunktion stetig ab, was letztendlich zum Tod der Katze führt.

Die Ursachen der Niereninsuffizienz sind vielfältig und müssen von Fall zu Fall neu untersucht werden. Generell jedoch kann aber gesagt werden, dass besonders ältere Hauskatzen betroffen sind. Kranke Tiere haben oft Fressunlust, vermehrtem Durst und Urinabsatz, Apathie, Erbrechen und Gewichtsverlust.

 

Die fortgeschrittene Vergiftung des Körpers durch den Harn (Urämie) kann dazu führen, dass sich Geschwüre bilden. Auch die Maulschleimhaut entzündet sich (Stomatitis), Mundgeruch und starker Speichelfluss (Hypersalivation) treten auf, erhöhter Blutdruck ist feststellbar, Augenschädigungen werden erkennbar, Blutarmut, Juckreiz, Weichteilverkalkungen, Austrocknung Blutungen und Wasseransammlungen im Geweben treten auf.

 

Bei hochgradigem Krankheitsbild kommen neurologische Störungen dazu wie Krampfanfälle, Teilnahmslosigkeit, Delirium, Koma und Muskelerkrankungen. Diese Symptome lassen sich schwer erkennen, da sie über einen längeren Zeitraum (einige Wochen bis Jahre) nach und nach auftreten. 

 

Diese Erkrankung ist bei Katzen zwar nicht heilbar, jedoch kann der Tierarzt dennoch Linderung verschaffen und den Krankheitsprozess verlangsamen. Deshalb solltest du bei Verdacht dieser Krankheit sofort einen Tierarzt aufsuchen.


6. Katzenleukämie (Leukose)

 

Die Katzenleukämie ist eine Viruserkrankung bei Katzen. Typisch für diese Katzenkrankheit ist, dass durch den Felinen-Leukämie-Virus (FeLV) eine Störung der Blutzellbildung eintritt und zugleich bilden sich Tumore.

 

Bei Leukämie können sehr unspezifische Symptome in Erscheinung treten. In manchen Fällen wirkt die Katze nur angeschlagen.

 

In anderen Fällen können bei der Katzenleukämie auch folgende Symptome beobachtet werden:

Appetitlosigkeit

Schwäche und Müdigkeit

Gewichtsverlust

Fieber

 

Bei Verdacht solltest du sofort den Tierarzt aufsuchen. Dieser kann deiner Katze Blut abnehmen. Wird der Anfangsverdacht bestätigt, dann ist eine direkte Behandlung dieser Erkrankung nicht möglich.

 

Allerdings ist es möglich, dass deine Katze auch mit Katzenleukämie noch ein langes, unbeschwertes Leben führt.

 

Der Tierarzt kann über die möglichen Komplikationen und besonderen Vorsichts- und Pflegemaßnahmen aufklären. Präventiv ist es zudem möglich, alle Katzen impfen zu lassen, um eine Ansteckung zu vermeiden. Dies ist allerdings nur nach einem zweifachen negativen Testergebnis möglich.


7. FIP

 

Als „Feline Infektiöse Peritonitis“ wird eine durch einen Virus ausgelöste Infektionskrankheit bei Katzen bezeichnet. Auslöser dieser Erkrankung ist der so genannte „Feline Coronavirus“. Hierbei ist in der Regel das Bauchfell (Peritonitis) entzündet, es kann aber auch das Brustfell betreffen. Die Krankheit kann aber auch auftreten ohne bestimmte Körperhöhlen zu treffen.

Ein stark ansteckender Coronavirus ist für die Feline Infektiöse Peritonitis verantwortlich. Die Ansteckung erfolgt in der Regel durch Kontakt mit infizierten Gegenständen und infiziertem Kot. Menschen können das Virus jedoch auch auf die Katze übertragen. Ist eine Katzenmutter trächtig und mit dem Virus infiziert, überträgt sie den Virus auf ihre Föten. Besondere Anfälligkeit gilt für Katzen im Alter von 6 Monaten bis 5 Jahren, es kann aber auch alte Tiere über 14 Jahre treffen.

Es gibt zwei Formen der „Felinen Infektiösen Peritonitis“:
- Die „Trockene Form“: Hier entstehen Knoten innerhalb der Organe und auf der Haut. Diese werden bedingt durch verschmolzene Entzündungsherde. Es kann zu Augenerkrankungen, Blutarmut, neurologischen Erscheinungen oder gelblichen Schleimhäuten kommen.
- „Feuchte Form“: Durch weiße Blutkörperchen (Lymphozyten) und Plasmazellen wird die Erkrankung in der Region der Blutgefäße sichtbar, es kann auch zu Gewebsabsterben kommen. Oft treten bei dieser Form Gewebeflüssigkeiten in Körperhöhlen. Diese Flüssigkeiten führen in der Brusthöhle zu schwerer Atemnot. FIP, die sogenannte Feline infektiöse Peritonitis, wird durch Corona Viren ausgelöst und führt zu einer zumeist tödlich verlaufenden Bauchfellentzündung.

 

Bei FIP benötigt die Katze dringend eine tierärztliche Behandlung. Eine Therapie gibt es zwar nicht, jedoch sollte man der Katze unnötiges Leid zu ersparen. Zudem sollte stets abgeklärt werden, ob es sich tatsächlich um FIP handelt, denn die Diagnose gestaltet sich nicht immer einfach.


8. FIV (Katzen-Aids)

 

Das Feline Immundefizienz-Virus (FIV) ist dem menschlichen Aids-Virus sehr nahe verwandt und gehört zu den Retro-Viren. Übertragen wird es durch Speichel und Blut, hauptsächlich durch Bisse. Eine Übertragung des felinen Virus von der Katze auf den Menschen kann mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden!

 

Das Virus vermehrt sich in den Immunzellen der infizierten Katze und zerstört diese. Hierdurch können sich Viren, Bakterien oder Parasiten ungehindert entwickeln und die verschiedensten Krankheiten hervorrufen. Viele chronische Infektionen unterschiedlicher Organsysteme, zum Beispiel auch chronische Zahnfleischentzündungen, können durch die Immunschwäche ausgelöst werden.

 

Katzen-Aids hat keine eindeutigen Symptome und ist ohne einen Bluttest weder auszuschließen noch zweifelsfrei zu diagnostizieren! Viele erkrankte Katzen leiden zunächst unter den Anzeichen des Katzenschnupfens, wie z.B. Nasenausfluss oder Bindehautentzündung.

 

FIV-positive Tiere müssen nicht zwangsläufig erkranken. Sie können viele Jahre symptomlos leben! Kommt die Krankheit jedoch zum Ausbruch, kann man sie nicht heilen sondern lediglich die Folgekrankheiten bzw. die Symptome behandeln, um so das Befinden der Katzen zeitweilig zu verbessern.

 


9. Zahnfleischentzündung

 

Bei einer Entzündung des Zahnfleisches der Katze, ist das Zahnfleisch oft gerötet und blutet. Gerade beim Fressen von hartem Trockenfutter kann es auch zu starken Schmerzen kommen.

Die Ursachen können vielfältig sein und auch auf andere schwerwiegende Krankheiten hindeuten:


- Infektion durch Viren oder Bakterien
- Nierenversagen
- Zahnerkrankungen mit Zahnstein, Zahnwurzelerkrankungen
- Tumore

Die Symptome sind recht schnell zu erkennen: Das Zahnfleisch ist stark gerötet und blutet häufig gerade beim Fressen. Bei einem weiteren Krankheitsverlauf, liegen die Zahnhälse teilweise frei und die Zähne fallen ganz aus.


Durch die Schmerzen beim Fressen, verhält sich die Katze beim Fressen anders. Sie frisst nur sehr zögerlich und kaut kaum noch. Sind die Schmerzen zu stark, wird oft das Futter ganz verschmäht.
Bei einer bakteriellen Infektion kommt es auch häufig zu sehr starkem Maulgeruch.


10. Hautpilz

 

Der Hautpilz-Erreger Microsporum löst den überwiegenden Teil der Dermatophytosen (also die Hautpilz-Form, bei dem Fell und Krallen betroffen sind) bei Katzen aus. Die Katzen stecken sich bei infizierten Katzen oder über infizierte Gegenstände oder Plätze mit den Hautpilzen an. Einige Katzen sind ausschließlich Träger bzw. Überträger der Pilze, zeigen selbst jedoch keine Symptome.

 

Junge Katzen sind weitaus häufiger von Hautpilz betroffen als ältere, vor allem, wenn sie mit vielen Katzen zusammen leben. Aber auch bei Katzen mit einem geschwächten Immunsystem haben Microsporen gute Chancen, sich einzunisten und Hautpilz hervorzurufen.

 

Die Symptome von Hautpilz bei Katzen sind sehr unterschiedlich. Sie reichen bei einer Infektion mit Dermatophyten von stumpfem Fell über Juckreiz bis Haarausfall bei der Katze. Hautpilze können sich im Grunde überall auf der Katze ansiedeln. Besonders betroffen sind Kopf, Schwanz, Rücken und Beine der Katze.  Typisch sind zudem runde, kahle Stellen, die schuppig weiß mit einem entzündeten Rand erscheinen. Oft geht der Hautpilz mit einem starken Juckreiz einher und die betroffenen Katzen kratzen sich häufig. Dadurch entstehen kleine Hautverletzungen, die sich zusätzlich mit Bakterien infizieren können.

 

Hautpilz bei der Katze wird hauptsächlich mit sogenannten Antimykotika (Anti-Pilz-Mitteln) durch den Tierarzt behandelt. Neben der medikamentösen Behandlung durch den Tierarzt ist es ratsam, alle Gegenstände, wie Schlafplatz, Kissen und Decken, mit denen die Katze in Berührung kommt, regelmäßig mit einem Anti-Pilz-Mittel zu reinigen. Da Hautpilz, der bei Katzen vorkommt, auch auf den Menschen übertragbar sind, empfiehlt es sich, bei der Behandlung einer befallenen Katze und bei der Reinigung infizierter Gegenstände Handschuhe zu tragen.