Eine Katze aus dem Tierheim

Woher kommt die Katze?

Ungewollter Katzennachwuchs landet meist im Tierheim. Leider ist die Kastration der Hauskatze, ganz besonders in ländlichen Regionen, trotz Kastrationspflicht keine selbstverständliche Investition und das Katzenelend dort besonders groß.

 

Katzenkinder werden leider noch immer erschlagen, ertränkt, im besten Fall vor einem Tierheim ausgesetzt. Dort sind sie erst einmal in Sicherheit, werden medizinisch betreut und versorgt.

Erwachsene Katzen werden oft als Fundtiere im Tierheim abgegeben. Leider wird nur ein kleiner Teil der Katzen von ihren Besitzern auch intensiv gesucht und wieder abgeholt.

 

Oftmals werden auch ein Umzug oder Allergien vorgeschoben, um eine lästig gewordene Katze los zu werden, wobei es natürlich auch Fälle gibt, wo dies tatsächich vorliegen und es den Besitzern sichtlich schwer fällt, ihr Tier abzugeben. Viele Katzen kommen auch zu uns, wenn sich die Besitzer die Tierarzt- und Futterkosten nicht mehr leisten können oder verstorben sind und die Erben sich nicht um die Katzen kümmern können oder wollen.

 

Gut geführte Tierheime geben ausschließlich tierärztlich untersuchte, entwurmte und geimpfte Stubentiger ab, erwachsene Tiere nur kastriert. Trotzdem ist es nicht auszuschließen, dass ein Kätzchen in seinem neuen Zuhause erkrankt. Katzenkinder reagieren sehr sensibel auf einen Wechsel der Keimflora und Stress. Ein seriöses Tierheim bietet eine kostenlose medizinische Nachbetreuung durch den Heimtierarzt für den Fall einer plötzlichen Erkrankung an.

 

Bei der Vergabe verrechnen Tierheime einen Beitrag für die tierärztliche Betreuung im Tierheim (Impfungen, Kastration, etc.). Nicht nur Katzenbabies, auch erwachsene Zimmertiger landen oft in Tierheimen. In den meisten Fällen wird eine Allergie als Abgabegrund genannt. Ob dem tatsächlich so ist oder die Krankheit nur als Vorwand dient, sei dahingestellt. Oft ist es auch plötzliche Unsauberkeit, die zur Weggabe des Tieres führt oder einfach nur eine neue Wohnung, wo die Mieze nicht mitdarf. Die Gründe dafür, warum eine Katze bei uns landet, sind also sehr unterschiedlich und die meisten Samtpfoten anschmiegsam und verschmust.

Wohnungskatze oder Freigänger?

 

Ob Ihre Katze eine Wohnungskatze oder ein Freigänger werden soll, entscheiden Ihre Lebensumstände. In einer Wohnung bzw. an stark frequentierten Straßen in der Stadt kommt nur Wohnungshaltung in Frage. Hier wäre ein gesicherter Balkon für die Katze auf jeden Fall eine Bereicherung. Leben Sie auf dem Land, wo die Katze auch einmal die Gegend erkunden kann, entscheiden Sie sich für einen Freigänger. Mit einigem Aufwand kann auch ein Garten "ausbruchsicher" gemacht werden.

 

Katzen sind Gewohnheitstiere. Eine erwachsene Katze braucht Zeit, ihr neues Terrain zu erkunden. Auch wenn Freilauf geplant ist, empfiehlt es sich, mehrere Wochen zuzuwarten und das Tier anfangs im Haus zu halten. Erst wenn sich die Katze zu Hause fühlt, kann ein erster Spaziergang ins Freie riskiert werden.

 

Kleine Kätzchen allein im Freien herumstreunen zu lassen, endet meist tragisch. Entweder finden die Katzenkinder den Weg nach Hause nicht mehr oder sie fallen Mardern und anderen Räubern zum Opfer. Erst im Alter von acht oder neun Monaten sind sie vor solchen Angriffen sicher. Auch der Straßenverkehr fordert zahlreiche Opfer.

 

Wohnungskatzen vermissen die „Freiheit“ nicht, wenn sie bisher ausschließlich im Haus gehalten wurden und nichts anderes kennen. Weil Katzen Augentiere sind und gerne beobachten, sollten sie auch die Möglichkeit dazu haben direkt am oder vor dem Fenster zu sitzen. Doch Vorsicht bei Wohnungen ab einem Obergeschoß und in mehrstöckingen Gebäuden! Ein offenes Fenster, ein vorbeifliegender Vogel oder Schmetterling und schon ist der Jagdinstinkt geweckt. Oder ein lautes Geräusch, eine zuschlagende Tür, die das Tier erschreckt. Stürze aus Fenstern und von Balkonen sind neben dem Straßenverkehr die häufigste Verletzungs- und Todesursache für Hauskatzen.

 

Es stimmt zwar, dass Katzen sich im Fall zu drehen versuchen und mit den Beinen nach unten landen, doch das ist keine Garantie fürs Überleben. Stürze aus geringer Höhe sind gefährlich, weil die Katze zu wenig Zeit hat, sich zu drehen, Stürze ab dem vierten Stockwerk enden meist tödlich, weil die Wucht des Aufpralls zu stark ist. Jedes Jahr werden unzählige Katzen mit schwersten Frakturen von unserer Tierrettung geborgen. Nicht jede überlebt! Ein sicheres Fenstergitter ist für reine Wohnungskatzen per Gesetz vorgeschrieben, günstig in der Anschaffung und leicht montiert. Vorsicht auch bei gekippten Fenstern! Sie werden zur Todesfalle für Katzen, die hineinrutschen und sich nicht mehr befreien können. Hier gibt es im Fachhandel auch entsprechende Vorkehrungen, um Kippfenster für Katzen sicherer zu machen.

Besser im Doppelpack!

 

Doppelt hält besser: Wer berufstätig ist und ohne schlechtes Gewissen auch einmal einen ganzen Tag außer Haus sein möchte, entscheidet sich besser für ein Katzenduo oder gleich eine Gruppe. Das macht der Katze Spaß und dem Menschen auch. Es gibt kaum etwas entspannenderes als zwei Katzen beim Spielen und Schmusen zuzuschauen. Wer allerdings seinen Katzensingle vergesellschaften möchte, muss damit rechnen, anfangs auf ernsten Widerstand zu stoßen.

 

Katzen sind Individualisten und lassen sich einen schnurrenden Rivalen nicht einfach vor die Nase setzen. Doch mit Geduld und Fingerspitzengefühl lassen sich Abneigungen bald besänftigen. Gut bewährt hat sich dabei die Taktik, den Neuling erst einmal in einem Zimmer zu separieren und nach einigen Tagen die Schlafdecken oder Körbe auszutauschen, um die beiden an den Geruch des jeweils anderen zu gewöhnen. Oder positive Assoziationen wecken, indem das Futter auf der Schlafdecke des anderen serviert wird. Es gibt viele Möglichkeiten, zwei Samtpfoten einander vorzustellen. Diplomatie und Kenntnis der sensiblen Katzenseele sind allerdings Voraussetzung.

Wenn es der Katze zu bunt wird

 

Wenn Katzen protestieren, dann tun sie das meist so, dass es uns so richtig stinkt. Ihre Art, uns zu zeigen, dass sie mit Situationen oder Lebensumständen nicht zurechtkommen, besteht darin, ihre sprichwörtliche Reinlichkeit zu „vergessen“.

 

Wenn Katzen plötzlich ihr Geschäft in Kästen, Betten oder Kleidungsstücken verrichten, hat das meist einen triftigen Grund, auf den sie ihren menschlichen Partner aufmerksam machen wollen. Deshalb nicht gleich den Mut verlieren und schon gar nicht die Katze strafen. Wenn keine körperliche Erkrankung Auslöser für das Fehlverhalten ist, liegt ein „seelisches“ Problem vor.

 

Oft sind es kleine unbedachte Veränderungen im Umfeld, die Unsauberkeit auslösen. Oder ist der Streß für die Katze größer geworden, etwa durch heranwachsende lärmende Kinder, die dem Tier keine Rückzugsmöglichkeit lassen oder durch einen neune Partner? Durch ihr Protestverhalten möchte die Katze uns aufmerksam machen und als einfühlsame Katzenfreunde müssen wir ihre Probleme ernst nehmen, die Ursachen erkennen und nach Möglichkeit Veränderungen herbeiführen.