| Tierheim
Krems macht Schule:
Verbesserungen
in Frankreich geplant
Extra
für einen Tag aus Paris angereist kam Alain Guillemin, Generaldirektor
des französischen Futtermittelkonzerns Royal Canin, samt Dolmetsch
und engstem Mitarbeiterstab. Sie hatten von den neuen Methoden gehört,
nach denen im Tierheim Krems gearbeitet wird.
Bei
einem Besuch ließ sich Alain Guillemin von Obfrau Andrea Specht
über Verbesserungsmöglichkeiten in der Hunde- und Katzenhaltung
beraten. Royal Canin hält in Frankreich etwa einhundert Hunde
und Katzen zum Testen von Tierfutter. Diese Tiere verbleiben ihr
ganzes Leben in den Einrichtungen.
Sinn
und Zweck des Besuches war, die Haltungsbedingungen für die
Tiere nachhaltig zu verbessern und die Lebensqualität durch
sinnvolle Beschäftigung der Vierbeiner zu heben.
Wie
man den Alltag von Hunden und Katzen fantasievoll gestaltet, erklärte
Andrea Specht anhand von vielen Vorschlägen, die sich
einfach und kostengünstig ins Tagesprogramm einplanen lassen,
etwa das Verstecken von Futter, Suchspiele aller Art, Auspacken
von Kartons, die mit Leckerlis gefüllt sind, gefüllte
Kongs oder einfach durch geruchliche "Mitbringsel" in
Form von getragenen Kleidungsstücken, Rindenstücken oder
Ästen.
"Hunde
leben in einer geruchlich dominierten Welt, die wir nur schwer nachvollziehen
können. Wir bringen Gerüche dieser Welt deshalb zu unseren
Hunden."
Hundetrainerin
Susanne Rosenhäger demonstrierte mit Unterstützung eines
Tierheimhundes, wie viel Spaß es den Vierbeinern bereitet,
Denkaufgaben zu lösen. Etwa beim Hütchenspiel, wo der
Hund lernt, durch das Anheben von Holzhütchen aus einer Vertiefung
an einen Leckerbissen zu gelangen.
Spaß
macht auch "Gerätetraining" jeder Art. Dabei kommt
es nicht auf Tempo an sondern auf Geschicklichkeit und Körpergefühl.
Trainingsgeräte müssen nicht teuer sein. Aus ein paar
alten Skistöcken läßt sich ebenso leicht ein Slalom
stecken wie aus alten Autoreifen oder einer alten Türe lustige
Hindernisse entstehen können. Kreativ sein ist auch oder ganz
besonders mit kleinem Budget möglich und der Fantasie sind
keine Grenzen gesetzt.
Die
französische Delegation war beindruckt, wie viel mehr an Beschäftigung
es jenseits von Bällchen-, Stöckchenwerfen oder Agility
gibt. Beschäftigung, die weit sinnvoller und entspannender
ist als sogenannte "Powerspiele", die Hunde nur aufputschen.
"Denksport
macht Hunde zufriedener!"
Die
französischen Besucher konnten einiges an Anregungen mit nach
Paris nehmen. Bei einem Gegenbesuch in Frankreich sollen die geplanten
Verbesserungen für die "Royal Canin-Hunde" in die
Praxis umgesetzt werden.
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