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Wir
müssen uns zuallererst fragen: Was ist ein Hund? Erst
dann können wir entscheiden, ob ein Hund in unsere Lebensplanung
passt.
Hunde sind Rudeltiere und wie ihre Vorfahren, die Wölfe, nicht
dafür geschaffen, den ganzen Tag allein in einer Wohnung oder
in einem Zwinger zu verbringen. Als soziale Lebewesen verfügen
sie über eine hochentwickelte Kommunkationsfähigkeit.
Weil das Sozialverhalten von Hunden zu einem wesentlichen Teil durch
Konfliktvermeidung bestimmt ist, setzen sie viele unterschiedliche
Signale im Zusammenleben mit Artgenossen. Hundliche Signale richtig
zu interpretieren und ihre Körpersprache zu verstehen, ist
Grundvoraussetzung für eine harmonische Mensch-Hund-Beziehung.
Sprachliche Mißverständnisse hingegen sind die Ursache
für die meisten Beißvorfälle.
Hunde sind Lauftiere.
Je nach Rasse
ist das Bedürfnis nach Bewegung unterschiedlich stark ausgeprägt
und ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl des passenden Hundes.
Für manch armen Hund besteht der Höhepunkt des Tages in
einer kurzen Gassirunde an der Leine. Die Bereitschaft, dem Hund
die Ausübung seiner natürlichen Bedürfnisse zu ermöglichen,
ist Basis für einen physisch und psychisch gesunden Hund.
Hunde sind Nasentiere.
Ihre
Sinne, auch das Gehör, sind um ein Vielfaches sensibler als
unsere menschlichen Sinnesorgane. Ihre Welt besteht aus einem Panoptikum
an Geruchsbotschaften. Hunde nehmen ihre Umgebung in erster Linie
geruchlich wahr. Hunde lesen mit der Nase Zeitung, wenn
sie aufmerksam jede Duftmarkierung von Artgenossen untersuchen.
In der Großstadt sind Hunde Autoabgasen, Industriedämpfen,
Zigarettenrauch, Parfüms, Haarsprays usw. ausgesetzt. Auch
die akkustische Raumverschmutzung macht vielen Hunden zu schaffen.
Hunde brauchen in solchen Lebensräumen Erholungsbereiche
oder einen Menschen, der seine Spaziergänge außerhalb
der Verkehrsstoßzeiten einteilt. Auf den Spaziergängen
sollen Hunde ausführlich schnüffeln und sich das Tempo
selbst einteilen dürfen. Wer seinen Hund angeleint neben dem
Fahrrad oder beim Joggen mitlaufen läßt, verschaftt ihm
zwar Bewegung aber keinen interessanten Spaziergang.
Hunde brauchen
Beschäftigung.
Viele
Rassen wurden ursprünglich für ganz bestimmte Lebensräume
und Aufgaben gezüchtet, ehe sie in unsere Wohnungen Einzug
nahmen. Herdenschutzhunde (für Wohnungshaltung denkbar ungeeignet),
Hütehunde, Schlittenhunde oder Jagdhunde leiden ganz besonders
unter mangelnder Beschäftigung und entwickeln dann unerwünschte
Verhaltensweisen. Wer solchen Spezialisten unter den Hunden keine
alternative Aufgabe, etwa Nasenarbeit, bieten kann, sollte sich
für eine andere Rasse entscheiden, die besser zu seinem Lebensrythmus
passt. Doch auch weniger spezialisierte Rassen verkümmern,
wenn sie nicht ausreichend gefördert werden.
Hundehaltung erfordert viel Wissen und Zeit . Es gibt heute viel
wirklich gute Literatur zum Thema Hundeverhalten und Hundeerziehung.
Und das sowohl für Hundeneulinge als auch für hundeerfahrene
Tierfreunde. Im Anschluß finden Sie eine Liste empfehlenswerter
Literatur zum Thema.
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